"Examensrelevante Probleme" wie wir Juristen sie aus dem ersten Examen kennen, gibt es aus meiner Sicht im zweiten Examen nicht. Inhaltlich konzentrieren sich die Webinare deshalb auf Basics, auf das Handwerkszeug, die typischen, von Prüfern eher als grundlegend empfundenen Defizite. Angefangen bei der Erarbeitung des Sachverhaltes, dem Herausarbeiten von Unstreitigem/Streitigem, die - sehr wichtig - saubere Abarbeitung der relevanten materiellen Norm (TBM für TBM), die exakte Bestimmung der Beweisfrage bis hin zu einer "vollständigen" Beweiswürdigung, die alle relevanten Aspekte beinhaltet. Für die einzelnen prozessualen Themen gilt dies letztlich entsprechend. 

 

Mir ging und geht es also vornehmlich darum, kurz vor den Klausuren noch einmal Verständnis für den Sinn und Zweck des richterlichen Handelns und Denkens zu vermitteln, die abzuarbeitenden (identischen) Strukturen noch einmal zu verdeutlichen, also kurz: um die ArbeitstechnikMein primäres Ziel ist es also nicht, Wissen schlicht zu wiederholen bzw. anhand von Fällen einzuüben, um "Detailfehler" zu korrigieren oder gar darum, noch weiteres Wissen zu vermitteln. Das Evaluationsergebnis des letzten Webinarblocks hat mich in meiner Sichtweise bestärkt. Der Referendarpersonalrat Celle hält dies auch für zielführend.

 

Die Webinare sind mit dieser Prämisse also eher ein "Klausurcoaching für Fortgeschrittene" als ein Repetitorium. Sie richten sich also eher nicht an diejenigen von Ihnen, die die Arbeitstechnik schon weitestgehend sicher beherrschen und auch nicht an diejenigen, die die einzelnen prozessualen Themengebiete noch weiter vertiefen möchten. Das erforderliche konkrete prozessuale Detailwissen steht i.Ü. ohnehin im Th/P - und zulässig wird die Klage mit höchster Wahrscheinlichkeit ohnehin sein.