Willkommen

 

Klausurcoaching für Fortgeschrittene

im Mai

 

Niedersächsische Justiz macht in der Referendarausbildung mobil 

 

 

Der Referendarpersonalrat Celle regte Ende 2020 an, für die ExamenskandidatInnen eine Art Kurzrepetitorium anzubieten. Das OLG Oldenburg griff dies auf. Probeweise habe ich kurzfristig im November und Dezember vier Webinare abgehalten. Die  Referendarpersonalräte Celle, Braunschweig und Oldenburg baten um Fortsetzung des Projekts.

 

Das Oberlandesgericht Oldenburg bietet aus diesem Grund für die niedersächsischen ReferendarInnen zur Vorbereitung auf die zivilrechtlichen Examensklausuren ein "Klausurcoaching für Fortgeschrittene" an.  Im Februar und Mai wurden mit dieser Prämisse von mir jeweils sechs Webinare abgehalten. Den nächsten Webinarblock werde ich ab Anfang Anfang August anbieten. Das OLG Oldenburg wird die betreffenden ReferendarInnen ca. 2 Monate vor dem Examensdurchgang per Email gesondert informieren. Wer aus anderen Bundesländern kommt, kann ebenfalls ohne vorherige Anmeldung daran teilnehmen. Auch Sie sind eingeladen, bei mir in meinem buchstäblich privaten  "Fernsehstudio" vorbeizuschauen. Die Termine und den barrierefreien Meetinglink für die 6 Webinare finden Sie unter dem Menüpunkt "Klausurcoaching für Fortgeschrittene". Dort finden Sie auch weitere Informationen. 

 

Ich habe das Projekt zum Anlass genommen, ca. 20 aktive KlausurprüferInnen zu fragen, was aus ihrer Sicht primärer Gegenstand eines solchen Webinars sein sollte. Das eindeutige Ergebnis war: strukturelle Defizite aufarbeiten.  

 

Übrigens: Engagierte RichterInnen und StaatsanwältInnen werden auch in den niedersächsischen OLG-Bezirken gesucht. Und Norddeutschland hat sehr schöne und lebenswerte Städte, z.B. Oldenburg. Schauen Sie sich doch einmal beim Oberlandesgericht Oldenburg (olg-oldenburg.de) oder bei der Generalstaatsanwaltschaft Oldenburg (niedersachsen.de) um.  

 

 

Ansonsten: Mein Blickwinkel auf Jura...

Auf dem Foto sehen Sie mich - ein paar Jahre jünger als jetzt - hinter zwei "Streithammel"  (so der offizielle Arbeitstitel des Künstlers), die auf dem Gelände des Landgerichts Oldenburg aufgestellt sind. Die beiden Streihammel symbolisieren die kontradiktorische Situation im Zivilprozess und damit meine tägliche Arbeitssituation als Zivilrichter.

 

Meine Devise als Otto Normaljurist lautet: Die juristische Praxis erfordert ordentliche handwerkliche Arbeit, nicht wissenschaftliches "Zauberwerk". Die Arbeitstechnik, also die Abarbeitung vorgegebener Strukturen steht absolut im Vordergrund, und zwar in erster Linie bei der Erarbeitung des Sachverhaltes und anschließend natürlich bei der Anwendung der relevanten Normen.  Meinungsstreitigkeiten spielen in aller Regel eine völlig untergeordnete Rolle, jedenfalls dann, wenn im Palandt die Rechtsfrage eindeutig beantwortet wird oder wenn es dazu eine obergerichtliche Rechtsprechung gibt. 

 

Im Examen arbeitet man  ebenfalls mit dem Palandt (jedenfalls in Niedersachsen). Die gleichsam willkürliche Erschwernis der Rechtsanwendung durch weitgehend sinnloses Auswendiglernen von "Streitigkeiten" für die Examensklausuren hat damit ein Ende. Haken Sie deshalb das erste Examen ab Die Karten werden neu gemischt! 

 

Voraussetzung dafür ist aber:

  1. die Strukturen  des materiellen Rechts  erkannt und verinnerlicht zu haben (das ist natürlich etwas grundlegend anderes als Meinungsstreitigkeiten zu kennen und zu beherrschen),
  2. die Fähigkeit und innere Bereitschaft zur "stumpfen" und sorgfältigen Anwendung der Strukturen (Lösungsskizze mit dem Palandt) und
  3. Sorgfalt bei der Erarbeitung des "beigebrachten" Sachverhaltes.

Die Punkte 2. und 3. lesen sich zwar selbstverständlich. Die Ausbildungs- und Examenspraxis zeigt aber, dass hier häufig Defizite zu beobachten sind. Bildlich in der Handwerkersprache gesprochen: Es geht in den Klausuren lediglich darum, den juristischen Mörtel mit Wasser anzurühren und ein kleines Einfamilienhaus in sehr konventioneller Bauweise zu errichten. Ein sog. Architektenhaus unter Einschaltung diverser Fachplaner ohne jeglichen Mörtel muss nicht errichtet werden.

 

Die Weitergabe meines handwerklichen Wissens an die Referendarinnen und Referendare ist mir ein Anliegen. Es bereitet mir sehr viel Freude, zu versuchen, das materielle Recht und das Prozessrecht didaktisch verständlich aufzubereiten, die praktische Relevanz aufzuzeigen und dabei auch selbst immer wieder neue Zusammenhänge und Aspekte zu entdecken. Mittelfristig strebe ich an, die notwendigen Lerninhalte für das Zweite juristische Staatsexamen so vollständig einzustellen, dass man von einer Art online Jura Repetitorium sprechen kann.

 

Auf den nachfolgenden Seiten können Sie PDF-Dateien herunterladen und Videofilme abrufen. Die Videofilme können ganz überwiegend nur über diese Homepage aufgerufen werdenn, also nicht über meinen youtube-account "jurrefzivil". Dass noch nicht alle Aspekte filmisch abgedeckt sind und dass aktualisierte Powerpointmaterialien nur verzögert als Videos zur Verfügung stehen, liegt an dem erheblichen Zeitaufwand für das Drehen und insbesondere für das Schneiden der Videos. Die z.T. unbefriedigende Ton-, Bild- und Regiequalität bitte ich mir nachzusehen, aber so ist das eben im Amateurbereich, ich arbeite dran. Die Homepage betreibe ich übrigens im eigenen Namen, auf eigene Kosten und in meiner Freizeit.

  

...und was den Inhalt anbetrifft: Niemand ist perfekt, ich schon gar nicht. Bitte informieren Sie mich, wenn Sie den Eindruck haben, dass Inhalte nicht richtig, missverständlich oder (z.B. im Hinblick auf neue, von mir übersehene Entscheidungen) ergänzungswürdig sind. Selbstverständlich freue ich mich auch über sonstige Anregungen oder Tipps.

 

…in jedem Fall schon jetzt: Viel Erfolg für`s Examen wünscht Ihnen.

 

Günter König